The Journey is Long – Jeffrey Lee Pierce Sessions Project

Dienstag, 11. Dezember 2012 von rhetor 1 Kommentar

Es ist mir vollkommen unverständlich, wie der Gun Club von Jeffrey Lee Pierce heute in der Generation der unter 40 Jährigen nahezu vollständig vergessen sein kann. Obwohl Jeffrey Lee Pierce bereits 1996 verstorben ist, erschien 2012 ein neues Album bislang unveröffentlichter Songs.

Außer Jeffrey Lee Pierce fällt mir kein Musiker der letzten 30 Jahre ein, dessen Wirken in der breiten Öffentlichkeit soweit in Vergessenheit geraten ist, obwohl sein Einfluss auf andere Bands wie beispielsweise R.E.M., The White Stripes und viele andere enorm gewesen ist.

Dies mag vielleicht dem introvertierten und von Sucht und Depressionen gemarterten Leben Jeffrey Lee Pierce geschuldet sein, der bereits 1996 nur 37jährig an den Folgen seines exzessiven Lebensstils an einem Gehirnschlag verstarb.

In den letzten Jahren wurde immerhin Jeffrey Lee Pierce Schaffenswerk  neu veröffentlicht. Oftmals ergänzt um Liveaufnahmen aus der Entstehungszeit seiner regulären Studioalben.

Jeffey Lee Pierce Gun Club Live in Kufa 1993 (c) Ulrich Radespiel

Jeffrey Lee Pierce mit dem Gun Club 1993 live in Krefeld

The Journey is Long – Jeffrey Lee Pierce Sessions Project

Bereits im Herbst 2009 wurde mit „We are only Riders“ ein erstes Album des Jeffrey Lee Pierce Sessions Project mit drei unveröffentlichten Songs veröffentlicht. Nun erscheint mit „The Journey is long“ das zweite mit wesentlich eindrucksvolleren zeitgemäßen Interpretationen versehene Album bislang unveröffentlichter Songs Jeffrey Lee Pierce´.

Ehemalige Weggefährten und Verehrer wie Nick Cave (Birthday Party, The Bad Seeds), Mark Lanegan (Screaming Trees, Queens of the Stoneage), , Barry Adamson, Steve Wynn (Dream Syndicate), Tav Falco, Lydia Lunch und nicht zuletzt Debbie Harry von Blondie interpretieren auf Cassette und in Songbooks vorgefundene Aufnahmefragmente von Jamssessions und Songskizzen.

Allesamt klasse Songs und da wo noch originale Bandspuren mit Gitarrenlicks verwendbar waren, wurden sie einfach mit in die Songs integriert, so als ob Jeffrey Lee Pierce bei den Sessions dabei gewesen wäre.

Gänsehaut erzeugender Höhepunkt des Albums ist die Re-Interpretation von „The Breaking Hands“ durch Nick Cave und Debbie Harry.
Hier die nicht minder gute Version des selben Songs interpretiert von Mark Lanegan und Isobel Campbell

Mehr Infos zu: The Journey is Long – Jeffrey Lee Pierce Sessions Project

Von Jeffrey Lee Pierce und seinem Gun Club gibt es mittlerweile eine Reihe von Aufnahmen im Internet.

Homerecording von Jeffrey Lee Pierce mit Alabama Blues


Jeffrey Lee Pierce – Alabama Blues von honeydog1965

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